Weltbekannt dank Vampir Mythos

Hoch oben auf einem majestätischen Felsen in den Siebenbürger Karpaten thront ein Bauwerk, das wie kaum ein anderes die Fantasie von Menschen weltweit anregt: Schloss Bran (Törzburg). Mit jährlich rund 1 Million Besuchern gehört die eindrucksvolle Festung zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Rumäniens und zieht Geschichtsinteressierte sowie Mystik-Fans gleichermaßen in ihren Bann.

Auf den Spuren des berühmtesten Vampirs

Weltberühmt wurde Schloss Bran vor allem als „Dracula-Schloss“. Bram Stoker ließ sich für seinen weltbekannten Schauerroman von der imposanten Kulisse und den Mythen Siebenbürgens inspirieren. Auch wenn der historische Herrscher Vlad III. Drăculea die Burg vermutlich nur selten betrat und Bram Stoker selbst nie vor Ort war, machen die verwinkelten Gänge, geheimen Treppenaufgänge und der düstere Innenhof die Faszination der Dracula-Verfilmungen auf Schritt und Tritt spürbar.

Im Besitz der Familie Habsburg

Neben der weltberühmten Vampirsage begeistert Schloss Bran mit einer tiefen königlichen Historie. Im 20. Jahrhundert diente die Festung als Sommerresidenz der rumänischen Königsfamilie. Nach historischen Umbrüchen und der Rückgabe an die rechtmäßigen Erben befindet sich das Schloss heute im Besitz der Familie Habsburg. Sie hat das Bauwerk sorgfältig restauriert und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, um sowohl das kulturelle Erbe als auch die Geschichte der königlichen Familie lebendig zu halten.

Ein königlicher Park am Fuße der Burg

Wer das Schloss verlässt, sollte unbedingt Zeit für die weitläufige Gartenanlage am Fuße des Burgfelsens einplanen. Unten erstreckt sich ein wunderschöner, idyllischer Schlosspark, der der beliebten Königin Maria (im Volksmund oft eng mit dem königlichen Erbe verbunden) und dem Andenken an die königliche Ära gewidmet ist. Ein Spaziergang durch das satte Grün mit Blick auf die emporragenden Türme rundet den Besuch perfekt ab.

Besuchertipp: Reisen Sie am besten früh morgens an, um die magische Atmosphäre in den historischen Gemächern ganz entspannt zu genießen und lange Wartezeiten zu vermeiden.

Öffnungszeiten (jeweils letzter Einlass)

Montag: 12:00 – 19:00 Uhr
Dienstag – Sonntag 9:00 – 19:00 Uhr
(in der Wintersaison schliesst das Schloss eine Stunde früher)

Zur Hauptsaison kann das Schloss länger geöffnet sein. Zudem werden “Horrornächte” durchgeführt, der wichtigste Anlass ist Halloween. Bran ist heute ein wichtiges Reiseziel in Rumänien und verfügt über schöne Hotels.

Wünschenswert wäre es die Stadt vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Der direkte Weg vom Busbahnhof ist führt an einer Ampel zu langen Wartezeiten.

Willkommen in Brașov (Kronstadt)

Ein Ort, an dem jahrhundertealte Geschichte, mittelalterlicher Charme und spektakuläre Natur aufeinandertreffen: Brașov, im Deutschen als Kronstadt bekannt, gehört zu den faszinierendsten Reisezielen Rumäniens. Die Wurzeln der Stadt reichen bis ins Jahr 1211 zurück, als der ungarische König Andreas II. das Burzenland dem Deutschen Ritterorden schenkte. Aus dieser Ansiedlung entwickelte sich rasch ein bedeutendes Handelszentrum. Auch der Name birgt Geschichte: Das lateinische *Corona* für Baumkrone prägte den deutschen Namen Kronstadt, während der rumänische Name Brașov vermutlich auf den einstigen Flusslauf zurückgeht.

Es ist ein Ort, an dem mittelalterlicher Charme, faszinierende Geschichte und spektakuläre Natur aufeinandertreffen: Brașov, im Deutschen als Kronstadt bekannt, gehört zu den absolut schönsten Reisezielen Rumäniens. Wer eine perfekte Mischung aus Kultur, Outdoor-Abenteuern und fantastischem Essen sucht, wird sich hier sofort verlieben.

Die Anreise via Bukarest dauert mit dem Auto ca. drei Stunden, die Bahn ist sogar etwas schneller. Bequem ist es per Flieger, Brasov verfügt über einen neuen Flugplatz mit schönen Ausstellungsräumen

Der farbenfrohe Herzschlag der Altstadt ist der Rathausplatz, umgeben von historischen Barock- und Renaissance-Fassaden. In Brasovragt die Schwarze Kirche empor, die größte gotische Hallenkirche Südosteuropas. Ihren Namen trägt sie seit einem verheerenden Stadtbrand im Jahr 1689. Heute beherbergt sie eine der grössten Orgeln der Welt.

Bei einem Spaziergang durch die verwinkelten Wege der Altstadt lohnt sich auch ein Abstecher in die Schnurrgasse, die mit knapp 1,20 Metern Breite zu den engsten Gassen Europas zählt. Ein absolutes Highlight war für mich die Fahrt mit der Seilbahn auf den Hausberg Tâmpa, wo man direkt am berühmten Brașov-Schriftzug einen atemberaubenden Panoramablick über die roten Ziegeldächer genießt.

Auch kulinarisch hat die Stadt einiges zu bieten, denn die regionale Gastronomie kombiniert rumänische, deutsche und ungarische Einflüsse zu echten Wohlfühlgerichten. Neben traditionellen Spezialitäten wie gefüllten Krautwickeln mit Polenta sollte man sich als Dessert keinesfalls Papanași entgehen lassen, die beliebten frittierten Topfenknödel mit Sauerrahm und Fruchtmarmelade. 

Zudem überrascht Brașov mit einer erstaunlich modernen Food-Szene: In den charmanten Gassen rund um das Zentrum finden sich trendige Kaffeeröstereien, handwerkliche Bäckereien oder einen urigen Weingarten, wo wir mit einer Weinverkostung den Tag ausklingen lassen konnten. Ich habe die Zeit in Brasov sehr genossen, das Hotel Kronwell war hervorragend.

Ob Kultururlaub, Genussreise oder Wochenendtrip – Brașov verzaubert vom ersten Moment an und bietet zudem den perfekten Ausgangspunkt für Ausflüge zu den berühmten Schloss Bran.

Abenteuer im Dino Park Râșnov

Mitten in einem verwunschenen, 4 Hektar großen Wald bei Râșnov verbirgt sich eine faszinierende Welt, die Groß und Klein in Staunen versetzt: Der Dino Park Râșnov!

Schon der Beginn des Besuchs hält ein erstes Highlight bereit: Eine gigantische, mammutgroße Bank empfängt die Besucher. Wenn man sich darauf setzt, spürt man sofort, wie klein man im Vergleich zu den einstigen Herrschern unseres Planeten wirklich ist – der perfekte Ort für ein unvergessliches Erinnerungsfoto!

Über 130 Giganten im dichten Wald

Auf den verschlungenen Pfaden des weitläufigen Waldgebiets lauern über 130 lebensgroße Dinosaurier-Modelle. Das besondere: Mehr als 20 dieser prähistorischen Riesen bewegen sich und stoßen furchterregendes Gebrüll aus! Die Kulisse ist schlicht unvergleichlich: Das dichte Blätterdach und die Natur machen den Wald selbst zum eigentlichen Höhepunkt, hinter dessen Bäumen immer wieder neue Saurier auftauchen.

Der Park bietet beeindruckende Figuren – die Geschichte der einst so mächtigen Wesen wird lebendig:

  • Spannende Einblicke und Lehrreiches über das Leben der Dinos sowie ein eigenes Museum.
  • Unterhaltsame und lehrreiche Filme für die ganze Familie.
    Vulkan und Erdbebensimulation macht die Naturgewalten spürbar
  • Zum Abschluss lädt der gut sortierte Museumsshop dazu ein, ein kleine Erinnerung an die Dinozeit mit nach Hause zu nehmen.

Fazit

Der Dino Parc Râșnov ist ein wunderbares, magisches Erlebnis – besonders für Kinder, aber genauso für alle Erwachsenen, die gerne staunen. Die Zeit der Dinosaurier wird lebendig, der Park ist kurzweilig.

Dinopark
Strada Cetății
RO-505400 Râșnov 

+40741208703
info@dinoparc.ro
dinoparc.ro

Öffnungszeiten

Montag – Donnerstag: 10:00 – 18:00 Uhr
Freitag: 10:00 – 18:30 Uhr
Samstag: 10:00 – 19:00 Uhr
Sonntag: 10:00 – 18:30 Uhr

In der Wintersaison (November – März) schliesst der Park eine Stunde früher

Holzkirchen aus Maramureș

Holzkirche Rumänien, Weltkulturerbe

Besonders bekannt sind die Holzkirchen aus der Region Maramureș. Die Region im Norden des Landes ist stark durch ihre natürlichen wie auch geografischen Grenzen geprägt, vor allem durch den mitteleuropäischen Fluss Theiß und die Gebiete um ihn herum.

Von 1900 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die meisten Holzkirchen errichtet. Sie spiegeln einen architektonischen Trend zur alten Tradition in Maramureș wieder. Heute liegen die Holzkirchen in der Natur der Sache Rumäniens.

Historiker stellen auch eine Verwandtschaft zu den nordischen Kirchen fest. Man fand sogar Spuren, die bis zu den ersten Kirchen der christianisierten Wikinger an der Theiss reichten, welche Errichtungen und das Auffinden der Stilrichtungen von Holzkirchen ziemlich sicher beeinflussten. Auch in zahlreichen anderen Ländern finden sich Holzkirchen, aber wohl nirgendwo so schön und stilvoll wie in Rumänien. Daher wurden auch Kirchen aus dem Kreis Maramureș in das Weltkulturerbe aufgenommen.

Zusammen stellen diese acht Holzkirchen ein Ensemble herausragender Beispiele verschiedener architektonischer Varianten aus unterschiedlichen Epochen und Bereichen dar. Schmal aber hoch sind sie und verfügen über lange schlanke Türme am Westende des Gebäudes.

Hier finden Sie ein Potpourri von Holzkirchen vor, querbeet durch weitere Länder als Rumänien

Wehrkirchen aus Siebenbürgen

Siebenbürgische Dörfer mit befestigten Kirchen gehören dem UNESCO-Weltkulturerbe an. Die Wehrkirchen dominierten die Dörfer der Region, an welcher Stelle Bewohner Schutz suchen konnten. Insgesamt schlossen die sächsischen und szeklerischen Dörfer etwa 300 Kirchenburgen ein. Weltweit gilt der Südosten von Siebenbürgen als jene Region mit dem dichtesten System gut erhaltener mittelalterlicher Befestigungsanlagen.

Unter ihrer Schirmherrschaft stufte die UNESCO erstmals die Wehrkirche von Biertan als geschützte Stätte ein. Später wurde «ihr Standort» um mehrere Kirchen erweitert und dadurch auch der geschützte UNESCO-Name geändert. Abgesehen von der Kirche in Biertan sind heutzutage an dieser «erweiterten Stätte» auch die Wehrkirchen von Prejmer, Viscri, Dârjiu, Saschiz, Câlnic und Valea Viilor geschützt.

Ab dem 12. Jahrhundert musste König Géza II. die angeworbenen deutschen Siedler vor Invasionen der Kumanen schützen. Dank der Deutschen Ritter und dieses Königs von Ungarn (Géza II.) erlangten die Deutschen einen Sonderstatus. Die Provinz erblühte mit Bauern, Handwerkern und Händlern.

Immer wieder musste man sich vor osmanischen und tatarischen Angriffen schützen. So wurden die Städte zunehmend befestigt. Im Zentrum standen stets die oftmals auf einem Hügel errichteten Kirchen. In der Nähe einer Kirche befindet sich der zentrale Dorfplatz.

Einige mit Mauern versehene Kirchen konnten länger andauernden Belagerungen standhalten und boten so der gesamten Dorfbevölkerung Schutz. So gehören zu den Befestigungsanlagen, wie in Prejmer oder Sânpetru Speisekammern, die in Friedenszeiten als Scheunen genutzt wurden und den Dorfbewohnern in Kriegszeiten Unterkunft boten. (In Prejmer besass jede Familie im Dorf ihre eigene Speisekammer innerhalb der Festung).

Die meisten Wehrkirchen erfuhren im Laufe der Zeit zahlreiche Veränderungen und Anbauten, insbesondere gegen Ende des 16. Jahrhunderts, in welcher Zeit der Barockstil die Architektur prägte.

Einige Beispiele von Wehrkirchen – alle geografisch verlinkt

Schäßburg und die vielen Türme

Im Kreis Mures liegt der Ort Schäßburg auf Rumänisch Sighișoara. Die Zitadelle bildet das alte historische Zentrum und wurde im 12. Jahrhundert von sächsischen Siedlern erbaut. Sie ist auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes zu finden.


Die Zitadelle liegt auf einem 850 Meter langen Hügel mit zwei Terrassen und am Südufer des Flusses Târnava Mare. Der Zitadellen-Hügel, dort wo auch ein Dominikanerkloster steht, genießt Renommee.

Die Festung ist von einer 9,3 Meter hohen Mauer umgeben und beinhaltet mehrere Sehenswürdigkeiten. Die Anlage sollte vor türkischen Angriffen schützen.

Vor allem ihre Türme sind bekannt

  • Uhrturm (Höhe: 64 m; Torturm)
  • Turm der Seile (heute als Wohnsitz des Verwalters des Friedhofs)
  • Metzgerturm (sechseckig)
  • Schusterturm (im Brand von 1676 zerstört, wieder aufgebaut; 4 Ebenen)
  • Weberturm (wurde 1858 abgerissen)
  • Schneiderturm (zwei Stockwerke)
  • Goldschmiedeturm (1863 abgerissen)
  • Turm der Blechschmiede (Höhe: 25 m; vier Stockwerke)
  • Gerberturm (einer der ältesten)
  • Schmiedeturm (beim Brand 1676 zerstört, wieder aufgebaut)
  • Schlosser- und Hafenarbeiterturm.
  • Fischerturm (einst am Ufer der Târnava)
  • Schuhmacherturm (nördlichen Abschluss der Festungsmauer).

Dakische Festungen im Orăștie-Gebirge

Eine besondere Sehenswürdigkeit sind die sechs dakischen Festungen im Orăștie-Gebirge. Diese wurden 100 Jahre vor sowie nach dem Beginn unserer Zeitrechnung errichtet. Ihr Baustil wird als  Murus-Dacicus-Stil bezeichnet und sollte vor der römischen Eroberung schützen.

Sie zeigen eine kraftvolle und innovative Eisenzeit. Heutzutage suchen Schatzsucher nach Spuren ihrer Vergangenheit. 

Die sechs Festungen

  • Sarmizegetusa 
  • Luncani
  • Piatra Roșie, Costești
  • Blidaru, Costești 
  • Cetătuie, Căpâlna 
  • Bănita.

Alle Festungen sind heute Teil des Weltkulturerbes.

Wir beschreiben eine Festung näher – Sarmizegetusa-Festung

Es war einst die Hauptstadt des dakischen Königreichs, wahrscheinlich Mitte des 1. Jahrhunderts v. Christus erbaut, ursprünglich eine Zitadelle, dazu Tempelanlagen und eine Siedlung. Die Römer eroberten die Festung und vergrößerten die Anlagen aber ließen die dakische Bauweise bestehen.

Etwa 100 Meter östlich der Festung liegt auf zwei Terrassen der Tempelbereich, zu dem eine mit Kalksteinplatten gepflasterte Straße führt. In diesem Raum wurden rechteckige und runde Heiligtümer errichtet, einige davon aus Kalkstein, andere aus Andesit.

Die zivile Siedlung, die aus dem östlichen und dem westlichen Viertel bestand, erstreckte sich über mehrere Dutzend Terrassen und bildete den größten bisher dokumentierten dakischen Wohnkomplex. Hier befanden sich Wohngruppen, Handwerksbetriebe, Lagerhäuser, Scheunen und Wassertechnik. In einem dieser Häuser wurde das berühmte Keramikgefäß mit dem Stempel „Decebalus per Scorilo» entdeckt. 

Zu den weiteren dakischen Festungen finden sich auf Wikipedia Informationen. Wir organisieren dorthin mit unseren Partnern gern eine Reise.